“Welcome to Iran” – mit nackten Wadeln ins Land der Mullahs

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“Ladies and Gentlemen. Alcoholic beverages only will be served until we enter the air space of the Islamic Republic of Iran. “

Mit diesen Worten meldet sich der Pilot unseres Nachtflugs vom Athener Flughafen in Richtung Imam Khomeini Airport Teheran schon unmittelbar nach dem Start aus dem Cockpit. Kopftuch sehen wir im Flieger überraschenderweise auf den ersten Blick kein Einziges, und das obwohl die Passagiere  fast ausschließlich Persisch erscheinen. Die Alkoholabteilung des Getränkewagens wird schon beim ersten Durchgang der griechischen Stewardess bis zum letzten Tropfen ausgequetscht. Man scheint hier die letzten Stunden der Freiheit noch ausgiebig nutzen zu wollen. Das Serviceteam der Aegean Air jedenfalls hat heute einen harten Job. Immerhin dreimal rasen die Damen in der kurzen Zeit bis zur Luftgrenze durch die engen Gänge. Für uns alle hier wohl die letzten 3 Bierchen für eine ganze Weile – offiziell zumindest.  Weiterlesen

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Langeweile im Paradies – Matanuku und das Bored-Out Syndrom

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Nach unserer Ankunft in Kadavu wird eines schnell klar – hier sind wir richtig. Genau danach haben wir gesucht. Die große Entfernung zu stärker bevölkerten Gegenden, die mangelnde Infrastruktur und die unwirtliche Topographie der Insel lassen hier nur wenig moderne Entwicklung zu. Zwei Schiffe pro Woche bringen Einheimische aus der Hauptstadt auf die rund 10.000 Einwohner zählende Insel im Süden Fidschis. Am Flughafen landet täglich ein Kleinflugzeug und bringt eine Handvoll Touristen, die umgehend mit Speedbooten abgeholt und in die wenigen Ressorts im Norden der Insel geliefert werden. Der Großteil der Insel ist nur mittels Booten erreichbar – bei Schlechtwetter ist man hier praktisch abgeschnitten. Für uns klingt das nach einem vielversprechenden Teil Fidschis und einem neuen Abenteuer. Eine Woche haben wir Zeit bis uns dasselbe Schiff wieder zurück in die Hauptstadt bringen soll. Wie so oft haben wir keine Ahnung was uns in dieser Woche erwarten soll. Weiterlesen

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Marakai – Vanuatus Bastion der Ursprünglichkeit

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Wir sind nicht nach Vanuatu gekommen um uns mit schönen Stränden, teuren Cocktails und klimatisierten Zimmern zu verwöhnen – nach 4 Monaten Australien ist es höchste Zeit uns endlich wieder nachhaltig aus der Komfortzone zu verabschieden. Wir sind hier um uns auf die Suche nach Ursprünglichkeit und unberührtem Leben im Südpazifik zu machen – diese findet man nicht im Strandressort und im Reiseprogramm von Neckermann. Die Berge von Espiritu Santo aber sollen all das noch bieten können. Der steinige Weg dorthin ist mühsam und von Ungewissheit geprägt – das nehmen wir gerne auf uns, könnte dies doch der perfekte Einstieg in unser Abenteuer Südsee werden. Nichts wie hinein also in die Wanderschuhe und ab in den Dschungel.  Weiterlesen

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Bang Rak – Traumhochzeit im Hinterhof

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Höllisch romantisch…

21.2.2557 – nicht irgendein Datum aus einem schlechten Science Fiction Film sondern, man glaubt es kaum, tatsächlich unser offizielles Hochzeitsdatum. Die thailändische Zeitrechnung sollte aber der geringste Stolperstein im Rahmen unserer etwas unkonventionellen Eheschließung werden, also erstmal von Beginn an:  Weiterlesen

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Roadtrip Vietnam – Eine Liebeserklärung

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Wer auf der Suche nach einem entspannten Urlaub und ein paar ruhigen Tagen nach Vietnam kommen möchte kann an dieser Stelle aufhören zu lesen. Wer aber Land und Leute hautnah kennenlernen will, dem können wir nur empfehlen den beschwerlichen Weg von Saigon nach Hanoi auf 2 Rädern in Angriff zu nehmen. Authentischer kann man unmöglich ins vietnamesische Lebensgefühl hineinschnuppern. Schon beim Start wird man, egal ob in Saigon oder in Hanoi, quasi unmittelbar ins kalte Wasser geworfen und sofort ein Teil des gigantischen Motorradschwarms. Für die Vietnamesen ist das Motorrad vielerorts praktisch das einzig verfügbare Fortbewegungs- und, wie unsere Bilder zeigen,  häufig auch Transportmittel. Wie könnte man also besser daran teilhaben als auf den eigenen zwei Rädern.

Die Anschaffung eines Motorrads in Vietnam ist viel unproblematischer als man denken könnte. Für Mietfahrzeuge gibt es zahlreiche Angebote. Für einen Monat hätte man uns rund 150 Dollar verrechnet, inklusive der Möglichkeit das Motorrad am anderen Ende des Landes wieder abzugeben. Diese Lösung klingt erstmal sehr günstig und beschwerdefrei – birgt allerdings das Risiko bei notwendigen Reparaturen oder der Rückgabe später Probleme zu verursachen und letztendlich deutlich teurer zu werden als erwartet. Viele sehen ihre Kaution nach der Rückgabe nicht wieder.Das war für uns Grund genug uns stattdessen ein eigenes Motorrad zu kaufen. Letztlich macht es auch mehr Spaß auf dem eigenen Gaul durchs Land zu reiten, und das finanzielle Risiko ist praktisch beschränkt auf den Kaufpreis. Weiterlesen

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Yerevan – Back in the USSR

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Es war uns völlig klar, dass wir mit dem Sprung vom Iran nach Armenien gleich in mehrerlei Hinsicht Grenzen überschreiten. Von einem der strengsten islamischen Länder ins älteste christliche Land der Welt, vom mittleren Osten und Kleinasien gewissermaßen über die Außengrenze Europas, vom Einflussbereich der Mullahs hinüber direkt in den südlichsten Teil der einstigen Sowjetunion – lange Zeit eine Grenze ohne Durchkommen. All das war uns klar, auf so manches aber waren wir dann doch nicht vorbereitet.  Weiterlesen

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Tabriz – und was jetzt?

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Tief im Nordwesten des Irans wartet auch schon unser letztes Ziel auf uns. Im Herzen der Region Ost-Aserbaidschan liegt mit Tabriz eine Stadt, die sich in vielerlei Hinsicht vom bisher erlebten abgrenzt. Kaum angekommen fällt uns auf, dass hier auf der Straße fast ausschließlich Türkisch gesprochen wird, Persisch hört man nur noch selten. Auch die Gesichter haben sich über Nacht gewandelt. Tabriz und die gesamte Region ist gewissermaßen das Tor zur erweiterten Türkei. Und gerade die Frage, welcher Weg uns in weiterer Folge tatsächlich hinter die politischen Grenzen der heutigen Türkei bringt, bringt uns gerade schwer ins Schwitzen.  Weiterlesen

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Esfahan – schön wie die halbe Welt

Blick in die Kuppel der Scheich Lotfollah Moschee

Blick hinauf in die Kuppel der Scheich Lotfollah Moschee

Wer Esfahan gesehen hat, der hat die halbe Welt gesehen – so zumindest philosophieren die Perser etwas blumig über ihre langjährige politische und bis heute kulturelle wie touristische Hauptstadt. Allseitig von doppelstöckigen Arkaden umgeben, wurde hier Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Naqsch-e Dschahān („Abbild der Welt“) der damals größte öffentliche Platz der Welt geschaffen. Später wurde er zum Königsplatz umbenannt, nach der islamischen Revolution zu Ehren von Ajatollah Khomeini zum Platz des Imams gemacht. Weder diese nominellen Veränderungen noch der Lauf der Geschichte aber konnten die Kraft dieses Platzes beschneiden – an keinem Besucher geht dieser Platz spurlos vorbei.  Weiterlesen

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Yazd – im Würgegriff der Wüste

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Direkt von den Überresten des einst so ruhmreichen Persepolis, halten wir kurzerhand am Rande der Autobahn den Bus in Richtung Yazd auf. Laut der Touristeninformation in Persepolis sollte es nur einen Bus pro Tag auf dieser Strecke geben. Da uns diese Information allein schon schwer verdächtig vorkam, und auch die Guides am Informationsstand sich mehr als uneinig darüber waren, haben wir uns glücklicherweise auf eigene Faust auf den Weg gemacht, und uns damit nicht nur einige Stunden Zeit, sondern auch ein wenig Geld gespart. Obwohl die Menschen im Iran vermutlich die gastfreundlichsten auf unserer gesamten Reise sein dürften, gilt auch hier – sobald es touristische Infrastruktur gibt, gibt es auch Touristennepp. So gilt auch bei Buspreisen generell – wer die persische Preisliste nicht lesen kann, der wird am Ende nicht selten den doppelten Preis zahlen. Obwohl dieser immer noch als Schnäppchen erscheinen mag, erweist man mit zuviel Blauäugigkeit sowohl den nachfolgenden Reisenden als auch der ehrlichen Händlerschaft einen Bärendienst. Großzügigkeit gegenüber ehrlichen Menschen ist eine tolle Sache, wer aber Betrug und Nepp fördert, tut damit sicher Niemandem etwas Gutes. Weiterlesen

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Shiraz – Wein, Poesie und das alte Persien

Günay ganz allein auf den heiligen Teppichen der "Pink Mosque" von Shiraz

Günay allein auf den Teppichen der „Pink Mosque“ von Shiraz

Der gemütliche Nachtzug tuckert behäbig, gezogen von zwei schweren Dieselloks, ins ferne Shiraz. Freundliche Mitreisende aus der Region und ein ausgiebiger Besuch im Speisewagen verkürzen die 16-stündige Fahrt erheblich. Die 20-minütigen Pausen, die den Passagieren die Einhaltung der schiitischen Gebetszeiten ermöglichen sollen, nutzen wir wie viele andere für einen kurzen Spaziergang durch die Wüstenlandschaft des zentralen Irans. Danach schlafen wir auf den wackeligen Bänken unseres 6-er Abteils überraschend gut. Überrascht sind wir auch ob der Tatsache, dass die Schlafwägen hier, im Gegensatz zu den lokalen Bussen und U-Bahnen, nicht streng nach Geschlechtern getrennt werden. Mit zwei wildfremden Frauen nachts im selben Zimmer – und das mitten im Iran. Wenn das mal der Ajatollah wüsste.  Weiterlesen

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Lokalaugenschein Athen – Akropolis in Flammen?

Blick auf die Akropolis vom Zeustempel Olympieion aus

Blick auf die Akropolis vom Zeustempel Olympieion aus

Horrornachrichten um den Zustand Griechenlands übertreffen sich in letzter Zeit oft im Stundentakt. Die Folgen einer  unumstritten verantwortungslosen Politik der letzten 20 Jahre kommen, eigentlich wenig überraschend, nach und nach eben doch ans Tageslicht. Völlig unerklärlich für uns allerdings war in den letzten Monaten der Umgang der internationalen Presse mit dem Desaster. Man könnte tatsächlich fast das Gefühl bekommen es wäre die deutsche Kanzlerin, die den griechischen Staatshaushalt ins Bodenlose befördert hat. Wie dramatisch aber ist die Situation wirklich? Jetzt mal völlig abgesehen vom Staatsapparat – entwickelt sich Athen tatsächlich zum Pulverfass, sind die Griechen in akuter Gefahr oder brennt die Akropolis gar längst? Wir wollen uns, kurz aber doch, ein eigenes Bild machen. Anstatt der sonstigen Troika kommen wir diesmal eben nur zu Zweit nach Athen.  Weiterlesen

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Yachten, Schampus und Lavendel – schnöder Mammon an der Côte d’Azur

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Wem Bus und Zug irgendwie zu unflexibel, und das fahren per Anhalter dann doch irgendwann zu mühsam scheint, dann führt über kurz oder lang an der Anschaffung eines Mietwagens kein Weg vorbei. Nichts leichter als das – ohne lange Planung hat man blitzschnell seine eigenen vier Räder und, um ein wenig besser schlafen zu können, mittels Vollkaskoversicherung auch keinerlei Sorgen um Diebstahl, Kratzer oder welchen Ärger auch immer. Insgesamt knapp 20 Euro am Tag, und wir sind endlich wieder auf Achse – warum sind wir darauf nicht schon früher gekommen.  Weiterlesen

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